Geistliche Impulse

Kerzenmeditation

Gott wurde unser Bruder. In Jesus führte er ein menschliches Dasein. Auch im Leiden war er ganz Mensch. Mit dem Sterben am Kreuz bürgt Christus für unser Leben. Er stand auf zu neuem Leben. Nach unserem Tod sollen auch wir neu lebendig sein. Der Sieg über den Tod rückt das Kreuz in den Hintergrund. Der Regenbogen umgibt Christus, den Auferstandenen. Er steht für den Bund Gottes mit Noah. Er umgibt Jesus als Mandorla, als Zeichen für Ihn als wahren Herrscher der Welt. Jesus erfüllt den Bund Gottes mit Noah und mit jedem Menschen. Nicht die strafende Vernichtung steht am Ende. Unser Leben steht am Schluss der Geschichte Gottes.

Wolfgang Bleileven

Predigt zu Ostern

Worte sind zuerst nur gesprochene Laute oder eine Reihe von Zeichen auf einem Papier. Erst durch unser Verstehen bekommen sie Bedeutung. Bilder, ganze Geschichten und Welten entstehen in unserem Kopf. Manchmal sind sie Abbild des Erlebens eines anderen Menschen; vielleicht in einem Gespräch oder einem Buch; oft angefüllt mit reichem Verstehen und Erleben. Manchmal sind sie Abbild der ganzen Welt, vielleicht auch Abbild der Welt, wie Gott sie uns nahe bringt.

Und gerne nimmt Gott uns mit zu ihm selbst. Es gibt Menschen, die berichten, dass sie „im Herzen Gottes“ ruhen durften – sich ein liebevoller, weiter Blick geöffnet hat; auf die Schöpfung, auf die Menschen oder auf sich selbst oder in den Blick Jesu hinein. Welch ein Reichtum in unserem Denken und Fühlen. Imagination, Vorstellungskraft ermöglichen dem Menschen etwas zu denken und zu erleben, was uns nicht direkt vor Augen steht. Vergangenheit und Zukunft, echte Gemeinschaft und Nähe werde so erst möglich. – Ist es das, was die Bibel meint, wenn sie vom Menschen als „Abbild Gottes“ spricht?

Entstehen aus diesem Denkvermögen der Regenbogen und seine Bedeutung als Zeichen vor Noahs und unseren Augen? Die Lichterscheinung, die nur aus einem ganz bestimmten Blickwinkel erkennbar wird. Nur aus Noahs und aus unserer Vorstellungskraft kann aus dem Regenbogen das Verstehen vom Bund Gottes mit dem Menschen entstehen.

Auch für einen sorgsamen Umgang mit dem Corona-Virus brauchen wir unsere Vorstellungskraft. Nur so erkennen wir, was passiert, wenn wir uns oder andere anstecken. Oder habe ich schon schwer von CoVID-19 betroffene Menschen erlebt? Und ich brauche die Kraft des Vertrauens; Vertrauen auf die Wahrhaftigkeit von Fachleuten, Journalisten und Politikern. Die Kraft des Vertrauens brauche ich auch, um die vielen Veränderungen zu verkraften; Isolation, Sorgen um die Arbeitssituation und Langeweile.

Vertrauen; Vorstellungskraft und Erwartung auf die Zukunft sind Voraussetzungen, die wir von Gott zum Leben eingehaucht bekommen; damit wir der Auferstehung Jesu die Kraft des neuen Lebens für uns zutrauen. In dieser Erwartung liegt die Kraft zur liebenden Mitgestaltung an seiner Schöpfung. In dieser Erwartung liegt die Kraft zur Hoffnung, die Kraft zu neuem, ewigem Leben. Gott will, dass wir leben!

In Christus verbunden

Wolfgang Bleileven